Komponistenprojekt des Leistungskurses Musik: Reise 21

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Be­gonnen mit dem Pro­jekt „Reise 21“ haben wir im Spät­herbst ver­gan­genen Jahres. Wir, das ist der Musik-Leis­tungs­kurs (Pa­mina Berg, Anton Bör­nert, Kim Kampf, Anna-Lena Ka­thner und Mi­chael Nehmiz), in Zu­sam­men­ar­beit mit dem Kom­po­nisten Gre­gory Büttner und un­serer Mu­sik­leh­rerin Astrid De­mattia.Die Jungen KomponistenDie Jungen Komponisten

Son­nen­salz & Re­gen­milch

Zu An­fang des Pro­jekts selten, im Laufe der Zeit wö­chent­lich, trafen wir uns mit dem Kom­po­nisten, tauschten uns über un­sere Kom­po­si­tion aus und sam­melten Ideen. Her­aus­ge­kommen ist ein etwa acht­mi­nü­tiges Stück für ge­mischten Chor, Kla­vier und zwei Be­cken, im Zu­sam­men­klang mit elek­tro­nisch re­pro­du­zierten Klängen: Son­nen­salz. Re­gen­milch. Oder [Dä­aeh­depp­däpp­daephp].

Aus­ge­gangen sind wir vom Thema „Kauf­rausch“. Es war von An­fang an ge­plant, es in die Revue „Peer dreimal lügt“ ein­zu­bauen. Urauf­ge­führt wurde es am 7. Mai beim Ab­schluss­­kon­zert der „Reise 21“ im Al­to­naer Theater.

Der erste Teil stellt den Kauf­rausch an sich dar, es wird nur noch ge­kauft ohne nach­zu­­denken. Das Kaufen ist sinnent­leertes Kon­su­mieren, eine Tä­tig­keit an sich, durch Wer­­bung und An­ge­bote ge­steuert. Der zweite Teil re­flek­tiert dieses merk­wür­dige Ver­halten. Er stellt somit das Er­wa­chen aus dem Rausch dar.

Kom­po­nis­ten­pro­jekte - eine lange Tra­di­tion am Goethe

Nachdem wir in der Ober­stufe mehr­fach an Kom­po­si­ti­ons­pro­jekten teil­ge­nommen hatten, stellte das Er­finden von Musik mit elek­tro­ni­schen Kom­po­si­ti­ons­mit­teln eine neue Her­aus­­for­de­rung dar. Zu­nächst über­legten wir uns eine Art Hand­lungs­strang, nach dem unser Stück auf­ge­baut werden sollte. Dabei ent­wi­ckelte sich die Zwei­tei­lig­keit der Kom­po­si­tion. Daraus er­gaben sich zwei Kom­po­si­ti­ons­gruppen in­ner­halb un­seres Leis­tungs­kurses, die un­ab­hängig von­ein­ander an je­weils einem Teil ar­bei­teten. Bevor diese Ar­beit be­ginnen konnte, wurden zu­nächst im Real-Markt Ge­räusche, wie z. B. das Piepen an den Kassen beim Scannen der Waren, auf­ge­nommen. Diese Ge­räusche flossen maß­geb­lich in die elek­tro­ni­schen Teile un­serer Kom­po­si­tion ein. Wir haben diese Klänge dabei so ver­frem­det, dass man teil­weise nicht mehr er­kennt, was es ur­sprüng­lich war. Bei der Ent­wick­lung der Kom­po­si­tion konnten wir selbst­ständig ei­gene Ideen ver­wirk­li­chen. Die Ar­beitspro­­zesse in­ner­halb der beiden Gruppen waren un­ter­schied­lich – die einen setzten ihre Ideen durch Aus­pro­bieren ver­schie­dener Klang­mi­schungen di­rekt um, die an­deren er­stellten zu­nächst einen Ab­lauf­plan, in dem die ein­zelnen Ton- und Ge­räusch­ele­mente an­ge­ordnet wurden.

In­ten­sive Proben mit dem Chor

Etwa zwei Wo­chen vor der Auf­füh­rung be­gannen wir, mit dem Kam­mer­chor zu proben. Nun sollten un­sere elek­tro­ni­schen Klänge mit vokal er­zeugtem Rau­schen, ge­räusch­vollem Atmen, aber auch prä­zise no­tierten Vo­ka­lisen aus­ge­füllt werden. Die Chor­sänger er­hielten zwar An­wei­sungen, was sie zu ma­chen hatten, sie konnten sich aber – außer in der genau no­tierten Schluss­pas­sage - in­ner­halb dieser Vor­gaben frei ent­falten. Oft­mals äh­nelten die Klänge des Chores denen der Elek­tronik, dabei ist der Chor nicht als Nach­ah­mung zu ver­­­stehen, Chor und Elek­tronik bilden eine Sym­biose, sie sind gleich­be­rech­tigte Partner. Im ersten Teil spielt der Chor eher eine un­ter­ge­ord­nete Rolle, im zweiten Teil ist die Elek­tro­nik dem Chor un­ter­ge­ordnet. Für die Chor­sänger war es zu­nächst sehr un­ge­wohnt, sich auf diese Klänge ein­zu­lassen, aber sie waren von An­fang an sehr kon­zen­triert dabei.

Der Titel ist eine Va­ri­ante einer Wet­ter­vor­her­sage: „Streu­salz, Re­gen­schirm oder Son­nen­milch“, „[Dä­aeh­depp­däpp­daephp].“ ist der in la­tei­ni­schen Buch­staben dar­ge­stellte An­fang un­seres Stücks.

(Pa­mina Berg, Anton Bör­nert, Anna-Lena Ka­thner, S 4)

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