Die SchülerInnen als Individuen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Neigungen wahrzunehmen, ist der Ansatz des Förderprogramms am Goethe-Gymnasium.
Dazu bietet die Ganztagsschule die entscheidende Voraussetzung: Da alle SchülerInnen im Wahlbereich zusätzliche Kurse belegen müssen, erhält die Schule zusätzliche Honorarmittel und Lehrerstunden, die wir differenziert einsetzen können.
Gezieltes Fördern kann daher vielfältige Wege gehen und gleichzeitig eine wegweisende Linie verfolgen. Diese Linie geben die Förderziele vor:
Das breite Spektrum der Förderung unter dem Dach des Goethe-Gymnasiums ruht auf drei Säulen:
- Förderung der SchülerInnen, die in Teilbereichen Schwierigkeiten haben, die gymnasialen Anforderungen zu erfüllen: Die Defizitförderung.
- Förderung individueller Neigungen und Vorlieben: Die Interessenförderung.
- Förderung der SchülerInnen mit überdurchschnittlicher Begabung: Die Begabtenförderung
Die Säulen zeigen die einzelnen Bausteine der Förderung am Goethe-Gymnasium. Auf die rot hervorgehobenen Bausteine soll beispielhaft näher eingegangen werden.
Defizitförderung
Auf Hamburger Gymnasien ist ein Sitzenbleiben nach der 6. Klasse nur noch in Ausnahmefällen möglich. Gleichwohl gibt es SchülerInnen, die nicht in allen Fächern den Klassenstandart halten können. Private Nachhilfe ist teuer und nicht immer effektiv. Gezielte Defizitförderung ist daher das Ziel einer Reihe von Maßnahmen. Beispielhaft sei hier ein Baustein beschrieben, der in dieser Form wohl einmalig für Hamburger Gymnasien ist: „Schüler fördern Schüler“
Förderunterricht für jüngere SchülerInnen durch OberstufenschülerInnen hat sich in den letzten Jahren so bewährt, dass wir dieses System ausgebaut haben. Dabei lassen wir nicht einfach die Großen“ auf die „Kleinen“ los, sondern bilden sie speziell in Pädagogikkursen aus und zahlen ein Honorar, mit dem auch eine verstärkte Verantwortungsübernahme verbunden ist. In den Oberstufenkursen lernen die SchülerInnen die Grundlagen des pädagogischen „Handwerks“. Sie hospitieren in unseren 5. und 6. Klassen sowie in Klassen der angrenzenden Grundschule Langbarheide. Und schließlich übernehmen sie Förderunterricht für kleine Gruppen von 2-3 SchülerInnen. Betreut werden sie dabei von den FachlehrerInnen der Klassen, die sie auch mit Arbeitsmaterial versorgen. Über den Pädagogikkurs erhalten die OberstufenschülerInnen zudem die Möglichkeit eines angeleiteten Erfahrungs- und Problemaustausches (Supervision).
Interessenförderung
Das breite Angebot an Wahlkursen im Nachmittagsbereich eröffnet unseren SchülerInnen die Möglichkeit ihren speziellen Neigungen nachzugehen, aber auch Neues zu entdecken. Ganz bewusst setzen wir dabei auf Angebote, die geeignet sind den sonst üblichen Erfahrungshorizont unserer Schülerschaft auszubauen. So mancher hat somit zum Beispiel schon seine Liebe für den Flamencotanz oder das Kochen entdeckt. Auch hierfür ein Beispiel: „Instrumentalunterricht“
SchülerInnen mit speziell musikalischem Interesse wird am Goethe-Gymnasium ein vielfältiges Angebot gemacht. Eins davon ist die Möglichkeit in der Schule bei ausgebildeten Musikpädagogen ein Instrument zu lernen. Die Schule stellt dafür gegen eine geringe Gebühr die Musikinstrumente und bietet die Übungsräume an. Zudem vermittelt und organisiert sie den Kontakt zu den Musikpädagogen. Nicht selten bereichern diese SchülerInnen irgendwann auch unser Orchester oder die Bigband.
Begabtenförderung
Trotz binnendifferenziertem Unterricht gibt es SchülerInnen, die aufgrund besonderer Leistungsstärken Angebote brauchen, die sie über den Regelunterricht hinaus fordern. Dem bemühen wir uns mit einer Reihe von Maßnahmen gerecht zu werden, die spezielle Begabungen fördern und den SchülerInnen den Raum geben sollen sich besonderen Anforderungen zu stellen. Als Beispiel für diesen Bereich: „Drehtürunterricht“
Hierbei handelt es sich um ein besonderes Angebot im Wahlkursbereich: Zunächst ist er nicht für alle SchülerInnen wählbar, sondern die KlassenlehrerInnen aller Mittelstufenklassen schlagen geeignete SchülerInnen vor. Diese SchülerInnen - wenn sie denn den Kurs gewählt haben – verlassen an zwei Unterrichtstunden in der Woche den normalen Klassenunterricht und finden sich in einer jahrgangsübergreifenden Gruppe zusammen. Unter Betreuung und Anleitung eines Kollegen suchen sie sich Forschungsprojekte, oft verbunden mit einer Teilnahme an Wettbewerben, und bearbeiten sie intensiv. Sie erhalten hier also den Freiraum tiefer in ein Thema einzusteigen.






