Das Musikprofil in Wien

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...in der Wiener Staatsoper...in der Wiener StaatsoperMüde und ver­schlafen trafen wir – 23 Schü­le­rInnen des Kunst-/Mu­sik­pro­fils sowie un­sere Leh­re­rinnen - mor­gens um 4:30 Uhr am Ham­burger Flug­hafen ein, um uns kurz darauf von un­seren Liebsten zu ver­ab­schieden und er­war­tungs­froh in Rich­tung Wien ab­zu­heben.

Wiener Spei­se­karten ver­stehen - eine Kunst für sich

Un­ter­wegs wurden wir wahl­weise mit Muf­fins oder Bre­zeln ver­sorgt, so dass wir gegen 7:30 Uhr ei­ni­ger­maßen ge­stärkt in Wien lan­deten. Bei einer kleinen Füh­rung mit Frau De­mattia er­hielten wir schon die ersten Ein­drücke von der Oper, dem Hel­den­platz, der Hof­burg und der spa­ni­schen Ho­freit­schule. Schließ­lich en­dete unser Rund­gang beim Ste­phansdom, dem Wahr­zei­chen von Wien. Nach zwei Stunden Frei­zeit und dem Be­ziehen un­serer Ho­tel­zimmer gab es ein ge­mein­sames Abendessen in dem ori­ginal böh­mi­schen Re­stau­rant „Zum Nord­pol“. Mit Un­ter­stüt­zung von Herrn und Frau De­mattia konnten wir schon bald die Wiener Spei­se­karte ver­stehen und uns etwas Le­ckeres aus­su­chen. Zu­frieden teilte sich die Gruppe an­schlie­ßend auf und ging ent­weder zum Prater, um Rie­senrad zu fahren, oder ins Bett. Im­merhin waren wir schon seit mor­gens um 3 Uhr auf den Beinen.

Schön­brunn,Schön­berg-Center und Jam-Ses­sion

Der nächste Tag in Wien be­gann mit herr­li­chem Wetter. Nach dem 4-Sterne-Früh­stück im Hotel machten wir uns auf den Weg ins Ar­nold-Schön­berg-Center. Nach einer in­for­ma­tiven Ein­füh­rung zeigte uns der Ar­chivar ori­gi­nale Skizzen des Kom­po­nisten. Dann hatten wir Zeit, leider frie­rend (die Kli­ma­an­lage war de­fekt und lief daher auf Hoch­touren!), in der Aus­stel­lung zu stö­bern, uns Do­ku­mente, Bilder aus Schön­bergs Pri­vat­leben, ei­nige seiner kleinen Er­fin­dungen und kurze Filme an­zu­schauen. Viele von uns waren be­geis­tert, dass man sich alle Stücke Schön­bergs di­rekt dort an­hören konnte, wobei auch ei­nige alte Erin­ne­rungen an ein Un­ter­richtspro­jekt aus der 10. Klasse wieder hoch­kamen. Das Schön­ber­g­center war auf jeden Fall ein guter Ein­stieg in die Kom­po­nis­ten­ge­denk­stätten. An­schlie­ßend trafen wir uns mit den Künst­lern im Park von Schloss Schön­brunn, stiegen ge­meinsam aus die Glo­ri­ette und ge­nossen den wun­der­schönen Aus­blick über die Park­an­lage, das Schloss und das Stadt­pan­orama. Zum Aus­klang des Tages be­suchten wir das Jazz­lokal "Tunnel", in dem eine Jam-Ses­sion statt­fand.

Blatt­gold wohin das Auge reicht

Am Diens­tag­morgen ging es mit U-Bahn, Bim (die Wiener Stra­ßen­bahn) und Bus zu un­serer ersten Be­sich­ti­gung, der Kirche am Steinhof von dem be­rühmten Ar­chi­tekten Otto Wagner, die auf dem Ge­lände der psych­ia­tri­schen Klinik von Wien liegt. In der Füh­rung er­fuhren wir etwas über die Ar­chi­tektur der ge­samten An­lage, die im Ju­gend­stil er­baut wurde. Dann gingen wir über das Ge­lände hinauf zur Kirche. Diese ist von außen sowie von innen reich mit Blatt­gold ver­ziert und er­scheint un­glaub­lich prunk­voll. Neben der in­ter­essanten Füh­rung, be­kamen wir noch ge­nü­gend Zeit, uns die vielen De­tails im In­neren der Kirche ganz in Ruhe an­zu­schauen.

Un­sere zweite Sta­tion an diesem Tag war das Wien-Mu­seum. Dort wurden wir über die An­fänge und die Ent­wick­lung der Stadt Wien in­for­miert. An­schlie­ßend teilte die Gruppe sich auf, und wir Mu­siker gingen zu­sammen mit ei­nigen Künst­lern zum „Gast­haus Rhein­ta­ler“, um dort unser erstes ori­gi­nales Wiener Schnitzel zu ver­speisen. Es war echt super lecker! Für den Rest des Tages hatten wir Frei­zeit, die viele von uns zum Shoppen in der Ma­ria­hilfer Straße nutzten.

Mo­zart und Mu­seen

Nach einer kurzen La­ge­be­spre­chung am Mitt­woch­morgen mar­schierten wir  bei Re­gen­wetter los zum Mo­zart­haus. Leider war dieses mehr ein Mu­seum und we­niger per­sön­lich als das Schön­berg-Center. Trotzdem waren alle froh, end­lich im Tro­ckenen zu sein und schauten uns in dem Haus, in dem Mo­zart 2 ½ Jahre lang ge­wohnt hat, um. Nach einem Be­such im Mu­sik­in­stru­men­ten­mu­seum und einer kurzen Es­sen­pause trafen wir uns am Nach­mittag hübsch ge­macht und her­aus­ge­putzt vor dem Hotel wieder und fuhren ge­meinsam zur Oper.

Der Don­nerstag be­gann mit einem Be­such im Kunst­his­to­ri­schen Mu­seum. Zwar stellt dies keine mu­si­ka­li­sche Se­hens­wür­dig­keit Wiens dar, trotzdem waren viele von uns Mu­si­kern von einer der reichsten und be­deu­tendsten Kunst­samm­lung der Welt sicht­lich be­geis­tert. Nachdem wir zu­sammen ei­nige „High­lights“ der Ge­mäl­de­ga­lerie von Künst­lern wie Ver­meer, Rem­brandt, Ru­bens oder Dürer an­ge­sehen hatten, teilten wir uns auf und ließen uns mit Hilfe der be­quemen Sofas von den vielen Ge­mälden ver­zau­bern. An­schlie­ßend brauchten wir erst mal eine Stär­kung und gingen des­halb in das tra­di­tio­nelle Beisl (Wirts­haus) „Zu den zwei Lie­serln“, in dem – so konnten wir es in aus­ge­stellten Zei­tungs­be­richten nach­lesen - auch manchmal der Bür­ger­meister Wiens zu Mittag isst.

Ein Tag mit Haydn

Auf das Essen folgte ein Be­such des Haydn-Hauses. Na­tür­lich ist das „Hayd­nhaus“ in Wien nicht das ein­zige Haus, in dem der Be­gründer der Wiener Klassik ge­lebt hat, aber er ver­brachte dort seine letzten zwölf Le­bens­jahre bis zu seinem Tode 1809. Die Aus­stel­lung bein­haltet ei­nige ori­gi­nale No­ten­texte, Bilder und Hör­bei­spiele be­rühmter Kom­po­si­tionen. Sehr po­sitiv fiel eine Wand auf, an der de­tail­liert der Ta­gesab­lauf des Kom­po­nisten dar­ge­stellt wurde. So er­fuhr man zum Bei­spiel, dass Haydn sehr wenig ge­schlafen hat, jede Nacht ein Nachtessen zu sich nahm und  sich jeden Vor­mittag für die Ent­fal­tung seines Künstl­er­geis­tes  frei ge­halten hat.  Je mehr wir uns in die Texte und Zi­tate wie „Die Phan­tasie spielt mich als wäre ich ein Kla­vier“ oder  „…wie süß schmeckt doch eine ge­wisse Frei­heit“, die groß und gut le­ser­lich an den Alt­bau­wänden stehen, hin­ein­ge­lesen hatten, desto sym­pa­thi­scher wurde uns Jo­seph Haydn. Zügig ging es vom Haydn-Haus dann zum „Frisch­ma­chen“ ins Hotel und an­schlie­ßend zum zweiten Mal in die Oper.

Gräber der Großen Mu­siker

Auch Freitag war voll­ge­packt mit span­nenden Un­ter­neh­mungen. Nach dem Früh­stück ging es los zum Zen­tral­friedhof, auf den wir uns alle sehr freuten. Wir standen vor den Grä­bern der großen Mu­siker wie Beethoven, Brahms, Schu­bert, Strauss und Schön­berg und schauten uns auch den Alten Jü­di­schen Friedhof an. Dort sahen wir all die Gräber, die aus der Zeit vor dem zweiten Welt­krieg stammen. Nur ganz we­nige Men­schen wurden noch An­fang des Krieges dort be­graben. Ei­nige haben nur einen Da­vid­s­tern auf ihrem Grab­stein und alle Gräber sind mit Efeu zu­ge­wachsen und teil­weise schon ziem­lich zer­fallen, was uns sehr be­wegte. Vom Zen­tral­friedhof fuhren wir mit der Bim zum Schloss Bel­ve­dere, wo wir durch den Schloss­garten spa­zierten und das Schloss von außen be­trach­teten. Nach einer kleinen Pause trafen wir uns alle im Café Griens­teidl am Mi­chae­ler­platz di­rekt an der Hof­burg wieder. Dort schauten wir uns die Kai­se­r­ap­par­te­ments und das Sissi-Mu­seum an, wo­durch wir ein ganz neues und um­fas­sen­deres Bild der Kai­serin er­hielten. An­schlie­ßend ging es zum Ge­burts­haus Franz Schu­berts. Dort sangen wir nach der Be­sich­ti­gung zur Freude der Mu­se­ums­wär­terin ge­meinsam auf dem Balkon mit Blick in den kleinen In­nenhof einen Kanon.

Mit einem Be­such des Nasch­marktes und des Floh­marktes en­dete am Samstag un­sere Reise nach Wien. Zu­sam­men­fas­send lässt sich sagen, dass wir eine schöne Zeit in Wien hatten und viele Ein­drücke mit nach Hause nehmen konnten.

(Aus Ta­ge­buchein­trägen zu­sam­men­ge­stellt von Li­sanne Ver­nunft, S 3, ge­kürzt durch die Re­dak­tion))

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