Schulbibliothek: Nutzung, Onlinekatalog, Perspektiven

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Maßstabsgetreue Ansicht der BibliotheksräumeMaßstabsgetreue Ansicht der Bibliotheksräume

Viele Hürden sind bei einem Pro­jekt zu nehmen. Mal muss ein neuer Standort, für die alten Bü­cher ge­funden werden, mal dauert die Re­no­vie­rung länger als ge­plant. Dann lassen die neuen Re­gale auf sich warten, ebenso wie die da­zu­ge­hö­rigen Bü­cher. Schließ­lich will auch die Technik nicht ein­fach funk­tio­nieren. Und doch ist am Ende eine Schul­bi­blio­thek so­weit grund­aus­ge­stattet, dass sie Neues in An­griff nehmen kann. Zum ak­tu­ellen Stand folgt eine kleine Zu­sam­men­fas­sung.

Neues Leih­system, neue Me­dien

Das neue, pro­fes­sio­nelle Leih­system ist nun seit knapp ein­ein­halb Mo­naten pro­blemlos im Ein­satz. Ein Teil der 100 neuen Medien.Ein Teil der 100 neuen Medien.Seitdem haben sich fast 400 Schüler einen Aus­weis er­stellt. Si­cher nicht zu­letzt auch des­wegen, da der Rech­ner­zu­gang nur gegen diesen Aus­weis mög­lich ist. Den­noch ver­schwindet die erste Teil­lie­fe­rung der knapp 100 ganz neuen Bü­cher, dar­unter in Kürze auch ein Groß­teil der No­mi­nie­rungen für den Deut­schen Ju­gend­li­te­ra­tur­preis, fast schneller aus den Re­galen, als sie ein­ge­stellt wurden. Letzte Woche kam au­ßerdem noch eine groß­zü­gige Spende des Oe­tinger-Ver­lages von 30 ak­tu­ellen Titel hinzu, für die sich die Schul­bi­blio­thek herz­lich be­dankt. Des wei­teren fließt ge­rade ein Teil des neu ein­ge­ar­bei­teten Alt­be­standes zu­rück, so dass sich die Re­gale der­zeitig schnell füllen und bald bei­spiels­weise wieder Die Drei Fra­ge­zei­chen und Co­mics ver­fügbar sein werden. Aber nicht nur die (neue) Un­ter­hal­tung findet An­klang, son­dern bei­spiels­weise auch die von einer Kol­legin vor­ge­schla­genen Titel zu Zei­chen­tech­niken für Co­mics/Mangas wurden aus dem Lie­fer­karton heraus aus­ge­liehen.

On­li­ne­ka­talog »Goethe Plus«

Der Be­stand der Schul­bi­blio­thek kann nun über den On­li­ne­ka­talog unter ka­talog.goethe-ham­burg.de ein­ge­sehen werden. Al­ter­nativ ist er auf dieser Seite über den Link in der linken Spalte zu er­rei­chen. Zu­sätz­lich zur Re­cherche können dort auch ei­gene Ent­lei­hungen ver­län­gert und der­zeit nicht ver­füg­bare Me­dien vor­ge­merkt werden. Der Ka­talog ent­spricht dem, was die po­ten­ti­ellen zu­künf­tigen Stu­denten sehr wahr­schein­lich (in Deutsch­land) auch im Stu­dium an­treffen werden - und trotz In­ternet auch werden nutzen müssen, es sei denn sie können sich alle teure Fachli­te­ratur selber leisten (60+ EUR sind keine Sel­ten­heit bei Fach­bü­chern). Fach­zeit­schriften liegen in eine Spanne von ge­schätzt 100-20.000 € bei den Abo­preisen (9000 € wenn man sich mit Koh­len­hy­drats­for­schung be­schäf­tigt), werden dafür aber im­merhin häufig zu­sätz­lich elek­tro­nisch be­reit­ge­stellt (für Bi­blio­theks­nutzer).

Neben dem ei­gent­li­chen Ka­talog ist links eine zu­sätz­liche Sei­ten­na­vi­ga­tion ver­fügbar, so dass be­quem nach Sacht­hemen Der Onlinekatalog der BibliothekDer Onlinekatalog der Bibliothek- so wie auch am Regal zu finden - ge­browsed werden kann. Hinter den »Spe­zi­ellen Su­chen« ver­bergen sich Ka­ta­lo­g­ab­fragen, die ohne Vor­kennt­nisse in der Ka­ta­log­re­cherche - und teil­weise selbst dann - nur schwer vom Nutzer selber durch­ge­führt werden können. Zum Bei­spiel kann man sich, ähn­lich wie bei der »Auf gut Glück«-Suche von Google, zu­fällig einen Roman vor­schlagen lassen oder nach­sehen, welche No­mi­nie­rungen und Ge­winner des deut­schen Ju­gend­li­te­ra­tur­preises in der Bi­blio­thek vor­handen sind. Au­ßerdem können Neu­zu­gänge und be­stimmte Me­dien­typen (Filme, Hör­bü­cher, Soft­ware, Zeit­schriften) an­ge­zeigt werden. Die Sei­ten­leiste ist ein ge­wach­senes Frei­zeit­pro­jekt, das unter den Pro­jekt­schul­bi­blio­theken ex­klusiv beim Goethe-Gym­na­sium zu finden ist - ob­wohl es den an­deren Teil­neh­mern na­tür­lich auch an­ge­boten werden wird. Al­ler­dings ist sie noch nicht voll­ständig fer­tig­ge­stellt.

An­ge­passtes Raum­kon­zept, Aus­stat­tung

Ebenso wie bei den jetzt neu an­ge­schafften Bü­chern, hat die Schule er­heb­lich ei­gene Mittel auf­ge­wendet, um auch den kleinen Raum der Bi­blio­thek mit neuen Re­galen und einem »Me­dien­trog« (für CDs) aus­zu­statten.

Medien-trog und Lese-futterMedien-trog und Lese-futterDie fik­tio­nale Li­te­ratur sowie Filme, Soft­ware und Hör­bü­cher sind nun im kleinen Raum un­ter­ge­bracht, Zeit­schriften und Sachli­te­ratur sind voll­ständig im Haup­traum. Der kleine Raum ist dabei nur noch für Ein­zel­ar­beiten und stilles Lesen frei­ge­geben. Der Haup­traum kann für Grup­pen­ar­beiten ge­nutzt werden - na­tür­lich bei an­ge­mes­sener Laut­stärke. Die Ar­beitsplätze sind diesem An­satz ent­spre­chend or­ga­ni­siert.

Des Wei­teren gibt es nun einen Re­cher­che­rechner, der haupt­säch­lich für die Ka­ta­log­re­cherche be­stimmt ist, aber auch di­verse Le­xika (Brock­haus Mul­ti­me­dial, Bri­tan­nica, Fremd­wör­ter­duden, Di­gi­tale Bi­blio­thek etc.) ständig be­reithält.

An den Mac­books kann ab nächster Woche ein USB-be­trie­bener Scanner an­ge­schlossen werden, so dass von ei­gene Do­ku­mente oder Seiten aus Bü­chern und Zeit­schriften un­kom­pli­ziert eine di­gi­tale Kopie er­stellt werden kann.

Nut­zungs­weise

Die Bi­blio­thek wird er­freu­lich aus­giebig ge­nutzt. Bei den Schü­lern selbst sind die Un­ter­hal­tungs­li­te­ratur und die Hör­bü­cher be­son­ders be­liebt. Aber auch fä­cher­spe­zi­fi­sche Lern­hilfen, Buch oder Soft­ware, werden zu­neh­mend aus­ge­liehen - evtl. über­ra­schen­der­weise vor allem von den jün­geren Jahr­gängen. Eben­falls werden Zeit­schriften, wenn auch noch zu­rück­hal­tend, aus­ge­liehen (Spiegel, Psy­cho­logie Heute,  Bild der Wis­sen­schaft, Geo­lino).

Andrang, die Jungs fehlen leider noch in gleicher Zahl.Andrang, die Jungs fehlen leider noch in gleicher Zahl.In den Pausen er­rei­chen die Räume häufig ihre Ka­pa­zi­täts­grenze, aber es setzt sich die Ein­sicht durch, dass die Bi­blio­thek kein Pau­sen­raum ist, ebenso wie zu­neh­mend ak­zep­tiert wird, dass der kleine Raum zum Lesen und für Ein­zel­ar­beiten re­ser­viert ist. Aber auch au­ßer­halb der Pau­sen­zeiten ist die Bi­blio­thek selten völlig leer. Manch einer, der Nach­mit­tags in der Pau­sen­halle ar­beitet, würde aber noch ein freies Plätz­chen finden.

Ei­nige wün­schen sich auch Un­ter­stüt­zung vom Bi­blio­thekar, sei es eine Bu­ch­emp­feh­lung oder ein Quel­len­tipp. Al­ler­dings kon­zen­triert sich dies noch sehr auf die Pau­sen­zeiten, wäh­rend derer Tä­tig­keiten wie Aus­leihe, Rück­nahme, Ver­län­ge­rung, Rech­ne­r­aus­gabe, Schnel­lein­wei­sungen in die Ka­ta­lo­gnut­zung zum selber Vor­merken und Ver­län­gern und für Ruhe sorgen be­reits sehr ein­neh­mend sind. Es zeigt sich aber auch, dass auch der Be­darf an un­ter­richts­be­zo­genen Quellen zu­nimmt, so dass hier ein mit den Kol­legen kon­zer­tierter Ausbau ziel­füh­rend ist.

Von den Kol­le­gInnen wird gerne die Mög­lich­keit ge­nutzt Blöcke, d.h. zu­sätz­liche Bü­cher von den Bü­cher­hallen, über die Schul­bi­blio­thek zu be­stellen. Teil­weise werden diese in die Klasse mit­ge­nommen, teil­weise werden sie in der Bi­blio­thek als so­ge­nannter Han­d­ap­parat ver­fügbar ge­halten. Eben­falls gerne wird die Mög­lich­keit in An­spruch ge­nommen, die Bi­blio­thek für Grup­pen­ar­beiten und zur Re­cherche (vor­züg­lich al­ler­dings un­an­ge­lei­tete In­ter­net­re­cherche) durch ganze oder Teile von Kursen zu nutzen. Auch eine spon­tane Nut­zung durch Ar­beits­gruppen wäh­rend der Un­ter­richts­zeiten ist keine Sel­ten­heit. Hier steht noch viel Po­ten­tial offen.

Fa­ce­book und die Schul­bi­blio­thek auf der Goethe-Ho­me­page

Die In­for­ma­tionen zur Schul­bi­blio­thek auf dieser Ho­me­page wurden ge­ring­fügig an­ge­passt, um den ak­tu­ellen Stand ge­recht zu werden.

Der ei­gene In­for­ma­ti­ons­kanal der Schul­bi­blio­thek (ver­steckt in einer Un­ter­seite der Goethe-Ho­me­page) hat sich als wenig sinn­voll er­wiesen, zumal nicht jeder kurze Hin­weis eine neue News­mel­dung recht­fer­tigt. Test­weise ist für die Bi­blio­thek des­wegen eine Fa­ce­book-Fan­page ein­ge­richtet worden. Leicht er­reicht werden kann sie über fb.goethe-ham­burg.de. Es ist keine Fa­ce­book­mit­glied­schaft not­wendig, um die In­halte sehen zu können. Damit soll die Ziel­gruppe er­reicht werden, wo sie sich Groß­teils (nach ein­schlä­gigen Er­fah­rungen) oh­nehin viel und gerne auf­hält.

Per­spek­tive: Chancen...

Der Wandel von Alt nach Neu und die Grund­vor­aus­set­zungen für einen kon­struk­tiven Ein­satz der Schul­bi­blio­thek sind damit ge­schaffen. Ganz klar aber wird das Pro­jekt nach Ab­schluss der Eva­lua­ti­ons­phase Mitte 2012 nicht als Er­folg ge­wertet werden, wenn es nur von der Idee eines ganz­tags be­auf­sich­tigten und zu nut­zenden Ar­beits­raums mit Aus­leihmög­lich­keit ge­tragen würde. Des­halb werden zu­künftig wei­tere tra­gende Mehr­werte zum Nutzen der Schüler ge­schaffen.

Die Schul­bi­blio­thek kann in vielen Be­rei­chen einen Bei­trag leisten. Im Feld der Re­cher­che­kom­pe­tenz bei­spiels­weise, wenn Schüler nicht (mehr) mit Ein­wort-Su­chen und der In­for­ma­tion des ersten Google-Tref­fers zu­frieden sind, son­dern auch an­dere Quellen, An­sätze und Tech­niken kennen. Dass zur Re­cherche zum Bei­spiel Ober­be­griffe und Syn­onyme er­mit­telt und diese Such­be­griffe sinn­volle mit Such­ope­ra­toren ver­knüpft werden, ist ein Bei­spiel für solche An­sätze und Tech­niken. Quellen sind, unter an­derem, die in der Bi­blio­thek vor­han­denen »zu­sam­men­hän­genden Dar­stel­lungen« (die ihre Schaffer nicht kos­tenlos ver­fügbar ma­chen und häufig genug als Buch pu­bli­zieren), die als grund­le­gendes und wert­volles Ar­beits­mittel in ihrer Gel­tung er­kannt werden sollen. 
Wege, sich die In­halte sinn­voll zu er­schließen und sie zu be­werten, ge­hören dem großen Be­reich der In­for­ma­ti­ons­kom­pe­tenz an. Wie, warum und wann aus sol­chen Quellen zi­tiert wird und wes­halb selbst Gut­ten­berg einen ein­fa­chen Link - oft auf lie­gen­ge­blie­benen Aus­dru­cken zu finden - nicht als Quel­len­an­gabe be­zeichnet hätte, zählt eben­falls zu den (un­ter­stüt­zenden) Ver­mitt­lungs­auf­gaben der Bi­blio­thek, die zu­gleich der For­de­rung nach pro­pä­deu­ti­scher Me­tho­den­kom­pe­tenz der Lehr­rah­men­pläne ent­spricht.
Grund­lage für all dies ist eine gut aus­ge­bil­dete Le­se­fer­tig­keit. Übung macht den Meister und die Le­se­för­de­rung ist des­wegen auch ein wich­tiger Eck­pfeiler der Bi­blio­theks­ar­beit.

Dies sind nur ei­nige we­nige Bei­spiele. Einen etwas ab­strak­teren Ein­druck davon, warum eine Bi­blio­thek weit über »Me­di­en­ver­wahr­an­stalt« hin­aus­reicht Mindmap SchulbibliothekMindmap Schulbibliothekund welche viel­fäl­tigen Mög­lich­keiten, An­sätze und Chancen der kon­struk­tiven Ein­be­zie­hung in den Schulalltag sie bietet, deutet diese Mindmap (große Ver­sion, öffnet neues Fenster) zu­min­dest an. Eine äl­tere zu­sam­men­hän­gende Dar­stel­lung finden Sie unter Pro­jekt­ziele & Leit­bild. Kürz­lich er­schien zudem ein Ar­tikel in der Zeit, der auch das Ham­burger Pro­jekt er­wähnt: We­tekam, Burk­hard: Schul­bi­blio­theken. Wo Wi­ki­pedia auf Brock­haus trifft. In Die Zeit, 7.04.2011 (15). Ei­nige der häufig an ihn ge­rich­teten Fragen be­züg­lich seiner Tä­tig­keit be­ant­wortet unser Bi­blio­thekar unter Fragen & Ant­worten.

...in die Praxis über­führen

Eine Um­set­zung all dieser For­de­rungen und Mög­lich­keiten ist ohne Pla­nung nicht zu er­rei­chen. Neue Ideen und Kon­zepte müssen schritt­weise er­probt, an­ge­passt und schließ­lich eta­bliert werden. Um dieses Ziel zu er­rei­chen, wird die Bi­blio­thek des­wegen auch bei Pla­nungs­ak­ti­vi­täten, wie der Ganz­tags­kon­fe­renz im Mai, ein­be­zogen. Die Chancen stehen also gut, dass die Schul­bi­blio­thek auch nach dem Stich­datum 2012, und ent­gegen der ten­den­ziell ein wenig zwei­felnden Ein­schät­zung des Zeit­ar­ti­kels, eine Zu­kunft hat. Denn eines ist klar, den Rück­fall auf eine reine Pau­sen­öff­nung wünscht sich nie­mand.

Zu­letzt noch ein paar Im­pres­sionen von der Wand­lung der Räum­lich­keiten im Jahr 2010.

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