Schüleraustausch nach Frankreich 2007

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Was pas­siert, wenn sich elf Deut­sche auf eine Reise ma­chen, die Kultur der Fran­zosen zu er­kunden? Ganz richtig, zu­nächst würde sich die fran­zö­si­sche Sprache als hart­nä­ckiges Hin­dernis dar­stellen. Dass dar­unter die Kom­mu­ni­ka­tion wirk­lich ge­litten hätte, würde wohl den­noch keiner der elf mit­rei­senden Deut­schen be­haupten: Wie hilf­reich Hände und Füsse, Bil­der­wör­ter­bü­cher, aber auch der ei­gene Fran­zö­sisch­un­ter­richt sein können, stellte sich ganz schnell heraus, zumal das Deutsch der Fran­zosen nie­manden wirk­lich voran brachte.

Aber na­tür­lich fangen hier die Er­fah­rungen des Aus­tau­sches und der Kultur Frank­reichs ei­gent­lich erst an: In den Fa­mi­lien das “vie quo­ti­di­enne” er­leben: In me­di­terran an­mu­tenden, kleinen Häus­chen in teil­weise klei­neren Orten als bei uns Stadt­teile, Schul­tagen von mor­gens bis abends und ent­spre­chend wenig Frei­zeit, lernt man eine ganz an­dere Le­bensart kennen. Auch das viele, lange und sehr ge­nuss­be­tonte Essen zu Mittag und vor allem abends und das quasi nicht vor­han­dene Früh­stück be­durfte ei­niger Ge­wöh­nung: Die Be­deu­tung des Le­bens von Gott in Frank­reich wurde einem langsam be­wusst. Das Pri­vat­leben der Fran­zosen “à la maison” ver­las­send, er­kun­deten wir na­tür­lich auch den Markt des ma­le­ri­schen Cas­tel­nau­dary und ge­nossen den Status eines Staats­gastes im ört­li­chen Rat­haus. Aber wie sich das für Kul­tu­rent­decker ge­hört, waren wir neu­gierig und be­gaben uns daher noch tiefer auf die Spuren der Ver­gan­gen­heit un­seres Gast­landes:

In Car­cas­sonne, der be­ein­dru­ckenden mit­tel­al­ter­li­chen Burg be­gaben wir uns auf die Spuren der Ka­tharer, so manch eine fühlte sich schnell als Burg­fräu­lein, die zwei ein­zigen Männer hatten aber auch so ihre Freude mit den Schi(e)ss­scharten. Noch tiefer, im wahrsten Sinne des Wortes, ging es aber in die „Grottes de Li­mou­sis“, einer fas­zi­nie­renden Tropf­stein­höhle, die schon weit vor Car­cas­sonne auf eine an­dere Weise be­ein­dru­ckend Schutz ge­boten haben muss. Aber auch Tou­louse – ohne Burg – dafür aber uns mit Son­nen­strahlen be­grü­ßend, konnte ei­niges über die Fran­zosen er­zählen: Zwar war die Füh­rung in­ter­essant, aber für die meisten war es si­cher­lich wei­taus er­freu­li­cher zu er­fahren, dass Mc­Do­nald’s und sch­lichtes Shop­ping auch zum „sa­voir-vivre des jeu­nes“ ge­hören. Diese Er­fah­rung konnte am Wo­chen­ende weiter aus­ge­baut werden: Das Ta­ges­pro­gramm wurde von der Gast­fa­milie ge­staltet, abends wurde kräftig ge­feiert und dabei noch etwas ent­deckt, was neben dem Be­grü­ßungs­ri­tual der „bi­sous“ un­be­dingt in Deutsch­land wei­ter­ge­führt werden soll: Neun Schü­le­rInnen des Goethe als Trend­setter für den „tec­tro­ni­que“. Was das ist, darauf darf man ge­spannt sein und viel­leicht dem­nächst auf der ein oder an­deren Party selbst Be­kannt­schaft damit ma­chen. Wenn die Fran­zosen dann im April zu uns kommen, werden sie staunen, wie be­ein­druckt wir von ihrer Kultur waren.

(S.Wei­sener)

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