Umjubelte Weihnachtskonzerte des Goethe-Gymnasiums

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Drei Abende in der Auferstehungskirche und im Michel.Drei Abende in der Auferstehungskirche und im Michel.Sogar das Wetter war schon in vor­weih­nacht­li­cher Stim­mung. Die Welt draußen zog sich leise rie­selnd eine kalte, aber wun­der­schön an­zu­se­hende weiße Decke über den Kopf und ließ selbst den Au­to­ver­kehr ad­vent­lich in­ne­halten. 

Drinnen in der Lu­ruper Au­fer­ste­hungs­kirche mussten jetzt nur noch die knapp zwei­hun­dert Sänger und In­stru­men­ta­listen mit ihren mu­si­ka­li­schen Bei­trägen für ein rundum ge­lun­genes Weih­nachts­kon­zert des Goethe-Gym­na­siums sorgen. Das taten sie dann auch. Und wie sie das taten, mit dieser alle Jahre wieder be­glückenden Mi­schung aus Be­geis­te­rung und Hin­gabe, Lei­den­schaft und Können, die derart an­ste­ckend wirkt, dass die Zu­hörer die jungen Künstler am Ende nur äu­ßerst un­gern vom Po­dium ab­treten lassen! 

Der KinderchorDer KinderchorOb ein­stim­miger, in fest­lich-sch­lichtem Ton ge­hal­tener Kin­der­chor, oder von acht jungen Damen mit hin­rei­ßend sou­ligem Nach­druck vor­ge­tra­gener pop­mu­si­ka­li­scher Weih­nachts­wunsch, oder schließ­lich das von Großem Chor und Or­che­ster mit Gän­se­haut­wir­kung macht­voll in­to­nierte Hal­le­luja aus Hän­dels MES­SIAS – das ab­wechs­lungs­reiche Pro­gramm ließ nicht nur keine Wün­sche offen, es de­mons­trierte einmal mehr, welch un­ge­wöhn­lich hohes Ni­veau die mu­si­ka­li­sche Ar­beit am Goethe-Gym­na­sium in­zwi­schen er­reicht hat. Aus­wär­tige Be­su­cher staunten auch diesmal wieder über Mu­si­ka­lität, Prä­zi­sion und Ho­mo­ge­nität der Musik-En­sem­bles aus un­serem Lu­ruper Gym­na­sium.

Der Zauber des Ma­gnum Mys­te­rium, das der bes­tens dis­po­nierte Kam­mer­chor mit viel Ge­spür für mu­si­ka­li­schen Far­ben­reichtum be­schwor, der Zauber dieses großen Ge­heim­nisses also zieht aller Kon­su­m­ori­en­tie­rung zum Trotz stets aufs Neue Gläu­bige wie Ungläu­bige, Weih­nachts­lieb­haber wie Fest­tags­muffel in seinen Bann. „Es ist für uns eine Zeit an­ge­kom­men“ – der Wir­kung dieser vom Un­ter­stu­fen­chor unter Lei­tung von Sylvia Achs sehr le­bendig ge­sun­genen Ver­hei­ßung konnte sich auch diesmal nie­mand ent­ziehen, wie oft man sie auch schon ge­hört haben mag. Und dass die Fünft- und Sechst­klässler auch ein platt­deut­sches Weih­nachts­lied zum Besten gaben, wird si­cher nicht nur bei ihren Groß­el­tern liebe Erin­ne­rungen ge­weckt haben.

Es gab aber auch sehr hüb­sche „Exo­ten“ im Pro­gramm: die Pe­regri­nación, d. h. Pil­ger­fahrt einer Blä­ser­gruppe, ge­leitet von Yasmin Müller und rhyth­misch ak­zen­tu­iert von Chris­tian Vogts auf einem Cajón; ein schot­ti­sches Rorate coeli für sechs Kla­ri­netten; aber auch ein weih­nacht­li­ches Wie­gen­lied in ga­li­zi­scher Sprache, Da rosa ro­siña, vom Vo­ka­len­semble Ilow sehr zart in­ter­pre­tiert.

Nicht minder ein­drucks­voll das von Astrid De­mattia glän­zend vor­be­rei­tete und überaus spiel­freu­dige Or­che­ster, das zur großen Freude der Zu­hörer zwar (noch) nicht zu Sym­pho­nie­or­che­s­ter­stärke, wohl aber zu voll­stän­diger In­stru­men­tal­be­set­zung eines klas­si­schen Or­che­s­ters her­an­ge­wachsen ist. Hören und ge­nießen konnte man diese neu ge­won­nene Klang­pracht in Hän­dels Joy To The World wie dann beim Hö­he­punkt des Kon­zertes, dem Auf­tritt des stimm­ge­wal­tigen, aber den­noch subtil phra­sie­renden Großen Chores, dem das Or­che­ster bei der Weih­nachts­hymnne von Felix Men­dels­sohn Bar­tholdy sowie bei drei Chören aus Hän­dels MES­SIAS mu­si­ka­lisch wun­derbar zu­ar­bei­tete. Die Krö­nung dieser mit viel Har­monie prak­ti­zierten Zu­sam­men­ar­beit war die Ge­stal­tung der Mu­si­ka­li­schen Ves­pe­ran­dacht in der Haupt­kirche Sankt Mi­chaelis am zweiten Ad­vent.

Und auch die beiden be­gabten Gei­ge­rinnen Phi­line Siers­leben und Kristin Lange waren bei Vi­valdis Kon­zert a-Moll für zwei Vio­linen, Strei­cher und basso con­tinuo in guter Or­che­s­ter­be­glei­tung. Wenn diese deut­lich hörbar ge­wor­dene mu­si­ka­li­sche Bil­dung auf diesem Ni­veau fort­ge­führt werden kann, ist der Un­ter­gang des Abend­landes bis auf wei­teres auf­ge­schoben.

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